Es gibt kaum einen Actionfilm, der ohne rasante Verfolgungsjagden auskommt. Schnelle Autos, die mit aufheulenden Reifen um eine Ecke verschwinden, um ihren Verfolgern zu entkommen, faszinieren auch heute noch. Manche Verfolgungsjagd hat sich so in das kollektive Gedächtnis der Filmfans eingebrannt, dass sie den eigentlichen Film schon fast in den Hintergrund geraten lässt. Grandios zum Beispiel die finale Verfolgungsjagd im Klassiker “Blues Brothers”, die in einer wahren Materialschlacht endet. Dutzende Polizeiwagen gehen zu Bruch und ein ganzes Einkaufszentrum wird schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch “Ronin”, trotz seines vergleichsweise jungen Alters schon ein Klassiker, kann durch eine besonders schön inszenierte Verfolgungsjagd durch Paris überzeugen. Hauptdarsteller dabei ist übrigens ein Audi S8, den man auf Autobörsen im Internet schon als einigermaßen günstigen Gebrauchtwagen bekommen kann.

Nur anschauen, nicht nachmachen

Vom Fahrstil, der während der Verfolgungsjagden präsentiert wird, sollte man sich als normaler Autofahrer aber besser keine Scheibe abschneiden, denn was einem Autofilme zeigen, findet auf abgesperrten Straßen statt. Zudem sind die Fahrer allesamt Stuntmen, die über die dementsprechende Fahrpraxis verfügen. Besonders Fahranfänger und junge Fahrer bis zum Alter von 25 versuchen dennoch, ihren Idolen aus dem Film nachzueifern. Nicht selten endet das mit einem kaputten Gebrauchtwagen, denn schlimme Unfälle können die Folge sein. Aber auch wenn es zu keinem Unfall kommt, müssen Konsequenzen befürchtet werden. Bußgelder, Nachschulungen oder Führerscheinentzug können angeordnet werden. Dann steht der neue Gebrauchtwagen erst einmal in der Garage, während viele Autofilme im Kino oder TV schon die nächste Verfolgungsjagd präsentieren.

Es geht auch langsamer

Die meisten Autoverfolgungsjagden finden in einem aberwitzigen Tempo statt und an ihrem Ende finden etliche Autos den Weg auf den Schrottplatz. Da es sich dabei in der Regel um Gebrauchtwagen handelt, ist der materielle Schaden natürlich nicht so hoch, wie es den Anschein hat. Der Geschwindigkeitsrausch ist aber nicht zwingend notwendig, um eine gute und spannende Verfolgungsjagd zu zeigen. So werden die Fahrten mit dem Fluchtauto im Film “Drive” überraschend entspannt inszeniert. An der Spannung ändert das nichts. Im Gegenteil, sie wird dadurch, weil auch jegliche Musikuntermalung fehlt, nochmals deutlich gesteigert. Nicht wenige Fans von Autofilmen finden gerade solche aus der Reihe tanzenden Szenen besonders schön.